Vater und Sohn starten bei Bohmter Familienunternehmen Necumer durch
Bohmte. Für Alexander und Roman Tulinzew war die Suche nach einer beruflichen Perspektive in Deutschland zugleich ein wichtiger Schritt, um in ihrer neuen Heimat endgültig anzukommen. Heute arbeiten Vater und Sohn gemeinsam bei der Firma Necumer in Bohmte – und ihre Geschichte zeigt, wie Unterstützung bei der Integration durch die MaßArbeit, Eigeninitiative der Arbeitsuchenden und die Offenheit regionaler Unternehmen erfolgreich zusammenwirken können.
Vor rund drei Jahren kam die Familie Tulinzew aus Kasachstan nach Deutschland und ließ sich in Bohmte nieder, wo bereits Verwandte lebten. Während die Mutter inzwischen im Einzelhandel arbeitet und die Tochter die Berufsbildenden Schulen in Osnabrück besucht, suchten Alexander und Roman nach einer dauerhaften beruflichen Perspektive. Den entscheidenden Impuls brachte ein gemeinsames Gespräch mit der kommunalen Arbeitsvermittlung und Manuela Lehmann vom Arbeitgeber-Service der MaßArbeit. Dort wurden verschiedene Möglichkeiten ausgelotet. Zwar gab es zunächst auch Kontakte zu anderen Arbeitgebern, doch schnell rückte ein Unternehmen in den Mittelpunkt: die Firma Necumer in Bohmte.
Was dann folgte, ging überraschend schnell. Vater und Sohn griffen die Anregung sofort auf, stellten sich eigenständig im Unternehmen vor und überzeugten dort auf Anhieb. Als die MaßArbeit sich kurze Zeit später bei Necumer meldete, waren die Bewerbungsgespräche bereits geführt – mit positivem Ausgang für beide. „Das sind die Momente, die unsere Arbeit besonders machen“, sagt AGS-Mitarbeiterin Lehmann. „Alexander und Roman Tulinzew haben vom ersten Moment an gezeigt, dass sie ihre Zukunft aktiv gestalten wollen. Gleichzeitig braucht es Unternehmen wie Necumer, die nicht nur auf Stellenprofile schauen, sondern auf die Menschen dahinter.“
Beide Männer bringen ganz unterschiedliche Erfahrungen mit. Alexander Tulinzew arbeitete in Kasachstan zunächst mehrere Jahre als Bäcker, später in einem Betrieb für die Wartung und Befüllung von Propangasflaschen. Sein Sohn Roman hat studiert und ist Biologisch-Technischer Assistent. Er verfügt über Fachkenntnisse, die insbesondere in der Chemie- und Lebensmittelbranche gefragt sind. Bei Necumer fanden die Tulinzews nicht nur einen Arbeitsplatz, sondern auch ein Umfeld, in dem sie sich willkommen fühlen. Die Kollegen hätten sie von Beginn an unterstützt, berichten Vater und Sohn. Inzwischen seien sie fest im Unternehmen integriert und blicken optimistisch in die Zukunft.
Auch die Unterstützung durch die MaßArbeit endet nicht mit dem Arbeitsvertrag. „Eine nachhaltige Integration bedeutet mehr als die reine Arbeitsaufnahme“, betont MaßArbeit-Bereichsleiter Michael Kelka. „Deshalb organisieren wir derzeit gemeinsam mit unserem MigrationsZentrum berufsbegleitenden Sprachunterricht direkt im Unternehmen. So können die Tulinzews ihre Sprachkenntnisse weiter ausbauen und gleichzeitig ihren Berufsalltag erfolgreich gestalten.“
Für Necumer ist die Einstellung der beiden Männer ein Beispiel dafür, wie wertvoll neue Perspektiven für Unternehmen sein können. Das 1970 gegründete Familienunternehmen entwickelt und produziert Spezialwerkstoffe auf Polyurethan- und Epoxidharzbasis und beschäftigt heute rund 50 Mitarbeitende. Kunden in aller Welt setzen auf die Produkte aus Bohmte, insbesondere im Modell- und Werkzeugbau. Zu den außergewöhnlichsten Projekten der Unternehmensgeschichte gehörte etwa die Herstellung von Requisiten für den Film „Der Herr der Ringe“.
„Wir sind als Familienunternehmen langfristig aufgestellt und wachsen kontinuierlich“, sagt Betriebsleiter Bernd Scheper. „Deshalb schauen wir bei Bewerbungen nicht nur auf Lebensläufe, sondern vor allem auf Motivation und Entwicklungsmöglichkeiten. Die Zusammenarbeit mit der MaßArbeit ist dabei unkompliziert und vertrauensvoll. Wenn Menschen arbeiten wollen und Potenzial mitbringen, finden wir gemeinsam Wege.“
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