Praktikumswoche bringt Betriebe und Jugendliche zusammen
Osnabrück. Viele Unternehmen im Landkreis Osnabrück suchen händeringend nach Auszubildenden, während gleichzeitig zahlreiche Jugendliche noch unsicher sind, welchen beruflichen Weg sie einschlagen sollen. Beide bringt die „Praktikumswoche Region Osnabrück“ in den Sommerferien zusammen – und das mit tatkräftiger Unterstützung des Geschäftsbereichs Wirtschaft & Arbeit des Landkreises Osnabrück. Die MaßArbeit und die Wirtschaftsförderung des Landkreises, WIGOS, ziehen bei der Nachwuchssicherung mit regionalen Verbänden, Kammern und Arbeitsmarktakteuren an einem Strang und rufen sowohl Unternehmen als auch interessierte Jugendliche auf, die schulfreie Zeit zur Berufsorientierung zu nutzen.
„Wir sehen seit Jahren, dass sich der Wettbewerb um junge Talente verschärft“, betonen MaßArbeit-Vorstand Lars Hellmers und WIGOS-Geschäftsführer Peter Vahrenkamp. „Gleichzeitig fällt es vielen Jugendlichen schwer, eine Entscheidung zu treffen.“ Die Praktikumswoche solle beiden Seiten Orientierung bieten und Begegnungen erleichtern. Die erfolgreiche Initiative, veranstaltet vom Industriellen Arbeitgeberverband Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim e.V. (IAV), findet vom 2. Juli bis zum 12. August 2026 statt. Schirmherrinnen der Praktikumswoche sind Landrätin Anna Kebschull und Oberbürgermeisterin Katharina Pötter.
Das Konzept ist bewusst niedrigschwellig angelegt. Schülerinnen und Schüler können während der Ferien einzelne Tage in unterschiedlichen Betrieben verbringen und dort Einblicke in den Arbeitsalltag gewinnen. Unternehmen wiederum öffnen ihre Türen für kurze, unkomplizierte Tagespraktika. „Der Vorteil liegt darin, dass viele Akteure aus dem Landkreis und der Stadt mit großem Engagement vernetzt zusammenarbeiten.“
Unternehmen können sich noch bis zum 19. Juni anmelden, für Jugendliche ist eine Teilnahme bis zum 17. Juli möglich. Im vergangenen Jahr nutzten zahlreiche Betriebe und Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, an mehreren Praktikumstagen erste Kontakte zu knüpfen. Bereits jetzt haben sich 61 Unternehmen angemeldet.
Gerade die zeitliche Flexibilität wird von den Initiatoren hervorgehoben. „Jugendliche können innerhalb weniger Tage verschiedene Berufe kennenlernen und vergleichen“, erklärt Lars Hellmers. „Oft fehlt nur ein konkreter Eindruck aus der Praxis, um eine Entscheidung zu treffen.“ Das Spektrum der möglichen Einblicke ist breit und reicht von klassischen Büro- und Verwaltungsberufen über handwerkliche und technische Tätigkeiten bis hin zu Pflege, Gastronomie, Medizin sowie Medien- und Marketingberufen. Die Rückmeldungen aus dem vergangenen Jahr zeigen klar, dass das Konzept funktioniert: 84 Prozent der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler konnte sich im Anschluss eine Ausbildung in einem der kennengelernten Betriebe vorstellen.
Auch für Unternehmen bietet das bewährte Format Chancen. „Es geht darum, frühzeitig Kontakte zu potenziellen Nachwuchskräften zu knüpfen und sichtbar zu sein“, betont Peter Vahrenkamp. „Ein persönlicher Eindruck kann oft mehr bewirken als jede Stellenanzeige.“
Angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels sehen MaßArbeit und WIGOS in der Praktikumswoche einen Baustein von vielen. „Jede zusätzliche Begegnung zwischen Betrieben und Jugendlichen zählt“, so die Einschätzung von Peter Vahrenkamp und Lars Hellmers. „Solche Formate können den Anstoß geben, aus dem ersten Kennenlernen ein Ausbildungsverhältnis entstehen zu lassen. Unser Wirtschaftsraum und Arbeitsmarkt braucht junge Menschen aus der Region, die ihre Kompetenzen vor Ort einsetzen.“
Auf der Website www.praktikumswoche.de/osnabrueck gibt es weitere Informationen und die Möglichkeit, sich für die Aktion zu registrieren.
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