460 Schülerinnen und Schüler bekamen beim B.O.P. Einblick in Berufsalltag
Wallenhorst. Noah sitzt konzentriert am Steuer eines Minibaggers. Vorsichtig senkt er die Schaufel, nimmt Maß und versucht, einen Ball in einen der bereitstehenden Eimer zu manövrieren. Die Öffnungen sind unterschiedlich groß, jeder Handgriff zählt. Ein kurzer Ruck, dann landet der Ball knapp daneben. Beim nächsten Versuch klappt es. „Gar nicht so einfach“, sagt Noah und steigt nach der Arbeitsprobe aus der Kabine. Ein Mitarbeiter des Garten- und Landschaftsbauunternehmens nickt. „Es kommt auf Geschicklichkeit an. Das hat Noah super gemacht.“
So wie Noah haben beim Berufsorientierungsparcours B.O.P im Schulzentrum Wallenhorst 460 Schülerinnen und Schüler aus der Region einen praxisnahen Einblick in Ausbildungsberufe erhalten und erste Kontakte zu Unternehmen geknüpft. 38 Betriebe und Einrichtungen stellten sich an zwei Tagen vor. Alle zwei Jahre findet die Berufsorientierungsplattform statt. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Servicestelle Schule-Wirtschaft der MaßArbeit in Kooperation mit der Wirtschaftsförderung der Gemeinde Wallenhorst, der Realschule Wallenhorst und der Alexanderschule Wallenhorst. Neben Betrieben aus Wallenhorst, Bramsche und Belm waren auch Schülerinnen und Schüler der Alexanderschule Wallenhorst, Realschule Wallenhorst, Oberschule Belm, der Thomas Morus Schule, der Wilhelm Busch Schule Bramsche und Teilnehmende der Jugendwerkstatt Brücke aus Bramsche vertreten.
In der Schule wird am Morgen gehämmert, geschraubt und gemischt. An einem Stand stellen Jugendliche ihr eigenes Pizzagewürz aus Paprika, Pfeffer, Thymian und weiteren Zutaten her. Ein paar Meter weiter schlagen sie beim Dachdecker Nägel in einen Balken oder versuchen sich im Pflastern. „Man merkt schnell, ob einem die Arbeit liegt“, sagt eine Schülerin, die gerade einen Stein ins Sandbett setzt.
Kira und Lotta haben ihren Traumberuf nach eigenen Angaben schon gefunden. Die beiden 14-Jährigen wollen Notfallsanitäterinnen werden. „Es macht Spaß, anderen zu helfen“, sagen sie und ziehen weiter zum nächsten Stand. Auch Lea probiert sich aus. Bei einer Zahnarztpraxis fertigt sie ein Provisorium an. Sie möchte Zahnmedizinische Fachangestellte werden. „Ich kann mir das gut vorstellen“, sagt sie, während sie sorgfältig arbeitet.
Bei der Rohrleitungsbaufirma steckt Philipp Rohre nach Plan zusammen. „Man braucht ein gutes Augenmaß“, erklärt er und misst noch einmal nach. Großer Andrang herrscht am Stand der Bundespolizei. Jugendliche lauschen dem Bericht eines Beamten. Kevin und Marlon sind beeindruckt. „Man steht mitten im Leben, man ist für Menschen da“, sagt einer der beiden. Der Polizist blickt in die Runde und fügt hinzu: „Wenn ihr nächstes Jahr anfangt, ist das eure Uniform.“
Bürgermeister Otto Steinkamp betont die Bedeutung der persönlichen Begegnung. „Das Persönliche ist das Entscheidende, mal die Gesichter hinter den Unternehmen kennen zu lernen. Das ist ein ganz wichtiger Moment. Ich freue mich, dass der B.O.P. hier in Wallenhorst regelmäßig stattfindet. Es ist ein erfolgreiches Konzept.“
Auch Lars Hellmers, Vorstand der MaßArbeit, zieht eine positive Bilanz. „Herzlichen Dank an alle Beteiligten. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt. Hier geht es nicht nur um Gespräche, sondern auch um Regionalität. Man trifft den Betrieb aus der Nachbarstraße, es gibt keine Anonymität. Toll, dass uns viele Unternehmen seit Jahren treu bleiben.“
Die Nachfrage nach Auszubildenden ist nach wie vor hoch. Zahlreiche Stellen sind unbesetzt, die Herausforderung liegt im passenden Zusammenbringen von Jugendlichen und Betrieben. Die Vielfalt der Berufe wurde beim B.O.P deutlich – vom klassischen Handwerksbetrieb über Arbeitgeber aus Medizin und Sozialwesen bis hin zum international agierenden Industrieunternehmen.
Am Vorabend fand der Familien-BOP statt. Rund 70 Besucherinnen und Besucher, darunter viele Eltern mit ihren Kindern, nutzten die Gelegenheit zum Austausch. „Eltern sind nach wie vor die wichtigsten Berater in Sachen Berufswahl“, sagt Kerstin Hüls von der Servicestelle Schule-Wirtschaft. Stefan Schmidt, Schulleiter der Realschule Wallenhorst, ergänzt: „Es war toll besucht. Die Eltern finden es großartig, sich in Ruhe über Arbeitgeber informieren zu können.“ Wie erfolgreich der B.O.P. ist, weiß auch Arne Willms, Schulleiter der Alexanderschule: „Wir haben viele ehemalige Schülerinnen und Schüler entdeckt, die heute als Auszubildende an den Ständen stehen. Einige bestätigen, dass ihr erster Kontakt damals hier auf der Messe war.“
Mit Blick auf die nächsten Termine weisen die Organisatoren auf den Tag der Ausbildung am 29. April hin. Unternehmen können sich noch anmelden. Informationen gibt es über die Plattform der Ausbildungsregion: Tag der Ausbildung.
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